Positionen entlang der Ost-West-Achse, proportional zur geografischen Länge. Nur ~430 m trennen den Merianweg von der Neckarwiese Ladenburg im Naturschutzgebiet „Unterer Neckar"; die Bienenstand-Station liegt am östlichen Siedlungsrand, direkt an der Feldflur, die rund 72% der Ladenburger Gemarkung einnimmt.
Merianweg
Flussaue / AltstadtStahlbühlring
SiedlungBienenstand
Feldflur-RandVier Arten — Amsel, Elster, Ringeltaube, Kohlmeise/Blaumeise — schaffen es an allen drei Standorten in die Top 10. Die jeweils standortspezifischen Arten (Halsbandsittich, Türkentaube/Hausrotschwanz, Nachtigall/Feldlerche) tauchen dagegen fast ausschließlich an genau einem Standort in nennenswerter Zahl auf.
Merianweg — die Flussauen-Handschrift
Der Halsbandsittich — ein wärmeliebendes Neozoon, das sich in Flussauen mit altem, höhlenreichem Baumbestand etabliert — stellt hier ganze 14% aller Detektionen. Zusammen mit einer überdurchschnittlichen Saatkrähen-Population (kolonial brütende Kronenbewohner, die große Altbäume brauchen) sowie erhöhten Werten bei Gartenbaumläufer und Buntspecht ergibt sich das Bild einer parkartigen Auenlandschaft mit strukturreichem Baumbestand.
Bemerkenswert: Feldlerche und Jagdfasan fehlen hier vollständig — die offene Feldflur ist schlicht zu weit entfernt. Wasservogelarten sind trotz Flussnähe nicht häufiger als anderswo, da die Station selbst nicht direkt am Ufer steht.
Stahlbühlring — reine Siedlungs-Avifauna
Hier dominieren mit großem Abstand klassische Gebäudebrüter: Türkentaube (18,7%), Hausrotschwanz (6,9%, der typische „Kunstfelsbrüter" an Hausfassaden), Haussperling und Mauersegler. Zusammen machen reine Siedlungsarten fast ein Drittel aller Detektionen aus — mit Abstand der höchste Wert aller drei Standorte.
Wald-, Wasser- und Feldarten treten dagegen kaum in Erscheinung. Ein Musterbeispiel dafür, wie stark unmittelbare Bebauungsdichte die akustische Vogelgemeinschaft prägt, selbst wenn Fluss und offene Landschaft nur wenige hundert Meter entfernt liegen.
Bienenstand — am Rand der Feldflur
Feldlerche und Jagdfasan treten praktisch ausschließlich hier auf und erreichen zusammen über 4% aller Detektionen (2024 sogar 4,4%) — ein eindeutiges Signal für angrenzendes Ackerland, wie es rund 72% der Ladenburger Gemarkung ausmacht. Die Feldlerche als bodenbrütender Offenland-Spezialist und der Jagdfasan als klassischer Niederwildvogel kommen an den beiden anderen Standorten praktisch nicht vor.
Dazu kommt die mit Abstand höchste Nachtigall-Dichte (20,3% über beide Jahre, 2025 sogar 30%) — passend zu dichten Hecken- und Gebüschsäumen, wie sie Feldraine typischerweise begleiten. Insgesamt die "ländlichste" Artengemeinschaft aller drei Stationen.
| Art | Gilde | Merianweg | Stahlbühlring | Bienenstand |
|---|---|---|---|---|
| Feldlerche | Offenland | 0,00% | 0,00% | 3,59%* |
| Jagdfasan | Offenland | 0,00% | 0,05% | 2,20–2,47% |
| Nachtigall | Hecke / Aue | 0,00% | 2,18% | 9,9–30,0% |
| Türkentaube | Siedlung | 2,07% | 18,65% | 0,35–0,43% |
| Hausrotschwanz | Siedlung | 0,06% | 6,87% | 0,02% |
| Mauersegler | Siedlung | 0,22% | 1,05% | 0,09% |
| Halsbandsittich | Parkland | 14,00% | 0,05% | 0,03–0,06% |
| Saatkrähe | Parkland | 4,35% | 1,54% | 0,52–1,16% |
| Bachstelze | Wasser / Aue | 0,02% | 0,72% | 0,14% |
| Graureiher | Wasser / Aue | 0,12% | 0,07% | 0,08–0,13% |
* Bienenstand: Mittelwert 2024/2025, Einzelwerte 2,2% (2024) bzw. 0,12% (2025) — starker Jahreseffekt bei der Feldlerche.