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BAM Team Ladenburg · Biodiversität-Analyse & Monitoring
Vogeltransekt Ladenburg
Vergleichende Analyse dreier BirdNET-Pi-Standorte entlang des kleinräumigen Habitatgradienten von der Neckaraue bis zur Feldflur.
2.088.710
Nachweise gesamt
3
Monitoring-Stationen
108–138
Arten je Standort
≥0,70
Confidence-Schwelle
06/2023 – 04/2026
Erfassungszeitraum
📍
Die drei Stationen
Von West nach Ost: Flussaue, Wohnsiedlung, Ackerland – gleiche Software, andere Nachbarschaft.
🌊
Merianweg
49,47° N · 8,61° O — 430 m zur Neckarwiese
Erfassungszeitraum: 28.01.2025 – 19.04.2026
323.925Detektionen
108Arten
Amsel 18,1% Ringeltaube 17,8% Halsbandsittich 14,0% Grünfink 6,4% Haussperling 5,5% Mönchsgrasmücke 5,5% Stieglitz 5,2% Blaumeise 5,0%
Halsbandsittich und Saatkrähe dominieren mit zusammen über 18% — typisch für auennahe Parklandschaft mit altem Baumbestand. Feldlerche und Jagdfasan: 0,0%.
Flussaue / Altstadt
🏘️
Stahlbühlring
49,48° N · 8,62° O — ca. 1,6 km zum Fluss
Erfassungszeitraum: 30.06.2023 – 28.03.2026
750.064Detektionen
126Arten
Amsel 34,8% Türkentaube 18,7% Elster 11,7% Hausrotschwanz 6,9% Haussperling 4,0% Kohlmeise 3,4% Rotkehlchen 2,3% Ringeltaube 2,3%
Fast ein Drittel aller Detektionen entfällt auf reine Gebäudebrüter — eine musterhafte Siedlungs-Avifauna ohne nennenswerten Feld- oder Wasseranteil.
Dichte Wohnbebauung
🌾
Bienenstand
49,4747° N · 8,6267° O — östlichster Standort
Erfassungszeitraum: 01.01.2024 – 31.12.2025
1.014.721Detektionen
138Arten
Nachtigall 20,3% Elster 11,9% Kohlmeise 11,1% Amsel 8,9% Blaumeise 7,4% Ringeltaube 6,1% Rotkehlchen 5,9% Zilpzalp 5,2%
Einziger Standort mit nennenswerter Feldlerche und Jagdfasan (zusammen 3,6%) sowie der höchsten Nachtigall-Dichte aller drei Stationen.
Siedlungsrand / Feldflur
📏
Das Transekt
Keine 1,3 km trennen die drei Stationen — und doch drei komplett unterschiedliche Vogelgemeinschaften.
⤢ Vollbild mit Top-Arten
← Altneckar-Aue, Naturschutzgebiet Offene Feldflur →
Merianweg49,47° N · 8,61° O
Stahlbühlring49,48° N · 8,62° O
Bienenstand49,4747° N · 8,6267° O
🗺️

Positionen entlang der Ost-West-Achse, proportional zur geografischen Länge. Nur ~430 m trennen den Merianweg von der Neckarwiese Ladenburg im Naturschutzgebiet „Unterer Neckar"; die Bienenstand-Station liegt am östlichen Siedlungsrand, direkt an der Feldflur, die rund 72% der Ladenburger Gemarkung einnimmt.

🐦
Die häufigsten Arten je Standort
Anteil an allen Detektionen des jeweiligen Standorts, Top 10. Balkenlängen sind standortübergreifend auf einer gemeinsamen Skala (Maximum 35%) vergleichbar.

Merianweg

Flussaue / Altstadt
1
Amsel18,12%
2
Ringeltaube17,78%
3
Halsbandsittich14,0%
4
Grünfink6,38%
5
Haussperling5,53%
6
Mönchsgrasmücke5,52%
7
Stieglitz5,2%
8
Blaumeise4,95%
9
Saatkrähe4,35%
10
Kohlmeise3,7%

Stahlbühlring

Siedlung
1
Amsel34,8%
2
Türkentaube18,65%
3
Elster11,67%
4
Hausrotschwanz6,87%
5
Haussperling4,01%
6
Kohlmeise3,41%
7
Rotkehlchen2,28%
8
Ringeltaube2,25%
9
Blaumeise2,21%
10
Nachtigall2,18%

Bienenstand

Feldflur-Rand
1
Nachtigall20,25%
2
Elster11,85%
3
Kohlmeise11,14%
4
Amsel8,93%
5
Blaumeise7,39%
6
Ringeltaube6,08%
7
Rotkehlchen5,92%
8
Zilpzalp5,15%
9
Mönchsgrasmücke3,32%
10
Gartenrotschwanz3,18%

Vier Arten — Amsel, Elster, Ringeltaube, Kohlmeise/Blaumeise — schaffen es an allen drei Standorten in die Top 10. Die jeweils standortspezifischen Arten (Halsbandsittich, Türkentaube/Hausrotschwanz, Nachtigall/Feldlerche) tauchen dagegen fast ausschließlich an genau einem Standort in nennenswerter Zahl auf.

⚖️
Ökologische Gilden im Vergleich
Anteil der Detektionen je ökologischer Gilde, pro Standort. Die kleinen, standortspezifischen Anteile erzählen die eigentliche Geschichte.
Merianweg (Aue)
Stahlbühlring (Siedlung)
Bienenstand (Feldflur)
Offenland / FeldflurFeldlerche, Jagdfasan, Wiesenpieper …
Merianweg
0,00%
Stahlbühlring
0,06%
Bienenstand
3,59%
Siedlung / GebäudebrüterTürkentaube, Hausrotschwanz, Mauersegler …
Merianweg
8,06%
Stahlbühlring
30,87%
Bienenstand
1,49%
Parkland / AltbaumHalsbandsittich, Saatkrähe
Merianweg
18,34%
Stahlbühlring
1,59%
Bienenstand
0,88%
Wald / GehölzBuntspecht, Grünspecht, Gartenbaumläufer …
Merianweg
2,08%
Stahlbühlring
1,09%
Bienenstand
1,85%
Wasser / AueGraureiher, Bachstelze, Blässhuhn …
Merianweg
0,23%
Stahlbühlring
0,85%
Bienenstand
0,38%
📖
Drei Nachbarschaften, drei Vogelwelten
Die Lesart der Ergebnisse im geografischen Kontext.
01 · Flussaue

Merianweg — die Flussauen-Handschrift

430 m zur Neckarwiese, Naturschutzgebiet „Unterer Neckar"

Der Halsbandsittich — ein wärmeliebendes Neozoon, das sich in Flussauen mit altem, höhlenreichem Baumbestand etabliert — stellt hier ganze 14% aller Detektionen. Zusammen mit einer überdurchschnittlichen Saatkrähen-Population (kolonial brütende Kronenbewohner, die große Altbäume brauchen) sowie erhöhten Werten bei Gartenbaumläufer und Buntspecht ergibt sich das Bild einer parkartigen Auenlandschaft mit strukturreichem Baumbestand.

Bemerkenswert: Feldlerche und Jagdfasan fehlen hier vollständig — die offene Feldflur ist schlicht zu weit entfernt. Wasservogelarten sind trotz Flussnähe nicht häufiger als anderswo, da die Station selbst nicht direkt am Ufer steht.

02 · Siedlung

Stahlbühlring — reine Siedlungs-Avifauna

Dichtes Wohngebiet, ca. 1,6 km vom Neckar entfernt

Hier dominieren mit großem Abstand klassische Gebäudebrüter: Türkentaube (18,7%), Hausrotschwanz (6,9%, der typische „Kunstfelsbrüter" an Hausfassaden), Haussperling und Mauersegler. Zusammen machen reine Siedlungsarten fast ein Drittel aller Detektionen aus — mit Abstand der höchste Wert aller drei Standorte.

Wald-, Wasser- und Feldarten treten dagegen kaum in Erscheinung. Ein Musterbeispiel dafür, wie stark unmittelbare Bebauungsdichte die akustische Vogelgemeinschaft prägt, selbst wenn Fluss und offene Landschaft nur wenige hundert Meter entfernt liegen.

03 · Feldflur

Bienenstand — am Rand der Feldflur

Östlichster Standort, direkter Anschluss an die Agrarlandschaft

Feldlerche und Jagdfasan treten praktisch ausschließlich hier auf und erreichen zusammen über 4% aller Detektionen (2024 sogar 4,4%) — ein eindeutiges Signal für angrenzendes Ackerland, wie es rund 72% der Ladenburger Gemarkung ausmacht. Die Feldlerche als bodenbrütender Offenland-Spezialist und der Jagdfasan als klassischer Niederwildvogel kommen an den beiden anderen Standorten praktisch nicht vor.

Dazu kommt die mit Abstand höchste Nachtigall-Dichte (20,3% über beide Jahre, 2025 sogar 30%) — passend zu dichten Hecken- und Gebüschsäumen, wie sie Feldraine typischerweise begleiten. Insgesamt die "ländlichste" Artengemeinschaft aller drei Stationen.

🔍
Indikatorarten im direkten Vergleich
Anteil an allen Detektionen des jeweiligen Standorts. Fettgedruckt: der höchste Wert je Art.
ArtGildeMerianwegStahlbühlringBienenstand
FeldlercheOffenland0,00%0,00%3,59%*
JagdfasanOffenland0,00%0,05%2,20–2,47%
NachtigallHecke / Aue0,00%2,18%9,9–30,0%
TürkentaubeSiedlung2,07%18,65%0,35–0,43%
HausrotschwanzSiedlung0,06%6,87%0,02%
MauerseglerSiedlung0,22%1,05%0,09%
HalsbandsittichParkland14,00%0,05%0,03–0,06%
SaatkräheParkland4,35%1,54%0,52–1,16%
BachstelzeWasser / Aue0,02%0,72%0,14%
GraureiherWasser / Aue0,12%0,07%0,08–0,13%

* Bienenstand: Mittelwert 2024/2025, Einzelwerte 2,2% (2024) bzw. 0,12% (2025) — starker Jahreseffekt bei der Feldlerche.

🔗
Zeitgleiche akustische Kopplung
Stahlbühlring und Bienenstand liegen nur 625 m auseinander — nah genug, dass einzelne Rufe von beiden Stationen zugleich erfasst werden können.
🎯
Zehn Arten mit belastbarer Kopplung
Mäusebussard, Turmfalke, Wanderfalke, Kranich, Graureiher, Jagdfasan, Teichhuhn, Grünspecht, Saatkrähe und Rabenkrähe zeigen Detektionen, die statistisch klar über dem zu erwartenden Zufall liegen — Hinweis auf denselben Ruf bzw. dasselbe Individuum an beiden Stationen.
625 mAbstand
≤6 sFenster
10Arten
Methodik & Kontrolltest Zeitleiste je Art Volltabelle
Zum ausführlichen Bericht →
Das Transekt — mit Top-Arten je Standort
Keine 1,3 km trennen die drei Stationen entlang der Ost-West-Achse — und doch drei komplett unterschiedliche Vogelgemeinschaften.
← Altneckar-Aue, Naturschutzgebiet Offene Feldflur →
Merianweg49,47° N · 8,61° O
Stahlbühlring49,48° N · 8,62° O
Bienenstand49,4747° N · 8,6267° O

Merianweg

Flussaue / Altstadt
1
Amsel18,12%
2
Ringeltaube17,78%
3
Halsbandsittich14,0%
4
Grünfink6,38%
5
Haussperling5,53%
6
Mönchsgrasmücke5,52%
7
Stieglitz5,2%
8
Blaumeise4,95%
9
Saatkrähe4,35%
10
Kohlmeise3,7%
11
Elster3,49%
12
Rotkehlchen2,71%
13
Türkentaube2,07%
14
Girlitz0,93%
15
Gartenbaumläufer0,91%
16
Schwanzmeise0,73%
17
Wacholderdrossel0,38%
18
Rabenkrähe0,37%
19
Zilpzalp0,27%
20
Buntspecht0,22%

Stahlbühlring

Siedlung
1
Amsel34,8%
2
Türkentaube18,65%
3
Elster11,67%
4
Hausrotschwanz6,87%
5
Haussperling4,01%
6
Kohlmeise3,41%
7
Rotkehlchen2,28%
8
Ringeltaube2,25%
9
Blaumeise2,21%
10
Nachtigall2,18%
11
Stieglitz1,93%
12
Girlitz1,75%
13
Saatkrähe1,54%
14
Mauersegler1,05%
15
Bachstelze0,72%
16
Grünfink0,47%
17
Gartenbaumläufer0,44%
18
Zilpzalp0,37%
19
Schwanzmeise0,34%
20
Grünspecht0,28%

Bienenstand

Feldflur-Rand
1
Nachtigall20,25%
2
Elster11,85%
3
Kohlmeise11,14%
4
Amsel8,93%
5
Blaumeise7,39%
6
Ringeltaube6,08%
7
Rotkehlchen5,92%
8
Zilpzalp5,15%
9
Mönchsgrasmücke3,32%
10
Gartenrotschwanz3,18%
11
Jagdfasan2,34%
12
Stieglitz1,6%
13
Klappergrasmücke1,15%
14
Feldlerche1,13%
15
Schwanzmeise0,9%
16
Saatkrähe0,83%
17
Grünspecht0,81%
18
Buchfink0,79%
19
Haussperling0,75%
20
Zaunkönig0,67%